Halbzeit in der DRB-Bundesliga / Greiz mit Chancen auf die Endrunde

Favoriten setzen sich durch, Burghausen und Hallbergmoos mit Endrundenambition

Die erste Hälfte der Vorrundenkämpfe in der DRB-Bundesliga-Meisterschaftsrunde 2018/2019 ist vorüber, doch zeichnet sich bereits ab, wer als Anwärter für die Endrunde in den Startlöchern steht. Die Schere geht in den drei Staffeln auf Grund der unterschiedlichen Mannschaftsstärken weit auseinander, wie viele Ergebnisse deutlich aufzeigen. Verletzungsbedingte Ausfälle, aber auch fehlende Freigaben, starker ausländischer Verstärkungen, kurz vor der anstehenden Weltmeisterschaft, sowie eine große Anzahl Nachholkämpfe von DRB-Auswahlringern, die sich ebenso auf die ausstehenden Weltmeisterschaften der Männer in Budapest (HUN) und der U-23 in Bukarest (ROU) vorbereiteten, verzerren das Bild in den Tabellen.So patzte in der Südoststaffel der FCE Aue gegen Titelverteidiger Burghausen schon einmal mit 1:27 vor heimischen Publikum, die WKG Pausa/Plauen ließ hingegen beim Vogtland-Derby in Greiz mit 0:32 Federn. Auch das 2:27 des TSV Westendorf in Greiz passt in diese Aufzählung dieser Staffel.

In der DRB-Bundesliga Südost führt der Titelverteidiger SV Wacker Burghausen verlustpunktfrei die Tabelle an, gefolgt vom SV Siegfried Hallbergmoos und dem überraschend starken Aufsteiger RSV Rotation Greiz. Selbst im Spitzenkampf der Staffel behielt Burghausen gegen Hallbergmoos mit 19:7 die Oberhand.Hinter diesen drei Mannschaften an der Tabellenspitze, entstand ein Graben, der SV Johannes Nürnberg führt das hintere Tabellenfeld an, gefolgt von den beiden sächsischen Mannschaften FC Erzgebirge Aue und WKG Pausa/Plauen, die jeweils einen Sieg auf dem Konto haben. Schlecht aus den Startlöchern kam der TSV Westendorf, der genauso wie die WKG Pausa/Plauen bravourös mit vielen Eigengewächsen antritt, erst am letzten Kampftag gelang den Ringern aus dem Allgäu ein Heimsieg gegen Aue, am Tabellenende damit ein Dreigespann mit Aue, Pausa/Plauen und Westendorf, alle drei Mannschaften mit einem Sieg und fünf Niederlagen.

Weltmeisterschaft der Männer und Frauen in Budapest (HUN) vom 20.-28.10.2018

Ringerin Maria Selmaier mit unglücklicher WM-Niederlage aus Budapest zurück
Budapest – Am Sonntag ging die Weltmeisterschaft der Ringer in Budapest (HUN) zu Ende, dabei gab es viel Rampenlicht um den deutschen Griechisch-Römisch-Spezialisten Frank Stäbler (KSV Musberg), der mit seinem 3. WM-Titel in Folge 'Heldenstatus' in der deutschen-, aber auch internationalen Ringerfamilie erlangte.
Die Freistilringer blieben zum Auftakt der WM-Kämpfe von Budapest ohne Medaille, wobei Ahmed Dudarov (86 kg/SV Triberg) mit einem guten Los und einer 4:0-Führung im Auftaktkampf gegen Vizeweltmeister Boris Makoev (SVK) Chancen ein Weiterkommen leichtfertig verspielte. Makoev riss den Kampf mit einem Schultersieg noch aus dem Feuer, Pech für Nick Matuhin (125 kg/1. Luckenwalder SC, der den Vize-Weltmeister des Vorjahres Taha Akguel (TUR) aus dem Lostopf zog und mit 0:9 verlor. Eigentlich eine sichere Fahrkarte in die Hoffnungsrunde, doch auch der Türke unterlag sensationell und so war für Matuhin das WM-Turnier beendet.
Das Pech klebte aber auch an den Ringerschuhen der deutschen Frauen-Equipe. Maria Selmaier (72 kg/KSC Motor Jena) traf im Auftaktduell auf Naruha Matsuyuki eine der Japanerinnen, die eigentlich gar nicht zu besiegen sind. Doch auch die Ringerinnen im Land der aufgehenden Sonne stellen ihr Team im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokyo etwas um uns so rückten auch jüngere Ringerinnen in die Mannschaft, zu denen auch Naruha Matsuyuki gehörte. Maria Selmaier ging gegen die Japanerin mit 1:0 in Führung, dominierte zum Beginn den Kampf und gab dann die Zügel aus der Hand. Naruha Matsuyuki riss den Kampf mit 4:1 noch aus dem Feuer. Im Endspurt fehlte Maria Selmaier der technische Leitfaden, um der Begegnung noch einmal eine Wende zu geben. Dennoch ein Kampf auf Augenhöhe, wobei die Japanerin im Viertelfinale verlor, das Finale damit verpasste und Maria Selmaier damit den Weg in die Hoffnungsrunde verbaute.

Auszeichnungsveranstaltung des TRV in Greiz

Greiz – Erfolge sollen gefeiert - und die Sportler und Trainer entsprechend geehrt werden, lange suchte man beim Thüringer Ringer Verband nach einer guten Möglichkeit, die Athletinnen und Athleten in gebührender Form auszuzeichnen.

Am vergangenen Samstag landeten die Verantwortlichen des TRV bei der Wahl der Örtlichkeit einen Volltreffer, denn beim Vogtland-Derby zwischen dem RSV Rotation und der WKG Pausa/Plauen fanden sich über 1000 Zuschauer in der Sporthalle an der Eisbahn in Greiz ein. Riesen Applaus gab es, als Eyleen Sewina aufgerufen wurde, die es in diesem Jahr schaffte, den Deutschen Meistertitel bei den Juniorinnen zu erringen. Anfang August dann ihr bislang größter Erfolg, die Ringerin aus Greiz erkämpfte in Rom (ITA) Silber bei den Europameisterschaften der Juniorinnen. Und fast hätte die junge Dame noch einen drauf gesetzt, denn bei den Weltmeisterschaften, die vor 4 Wochen im slowakischen Trnava ausgetragen wurden, schrammte sie nur knapp am Einzug ins kleine Finale um Bronze vorbei. Ausgezeichnet wurde weiterhin Anne Nürnberger (KSC Motor Jena), die Sportschülerin war ebenfalls für EM und WM nominiert, kämpfte in Rom und Trnava noch im jüngsten Jahrgang der Juniorinnen und sollte dort erste Erfahrungen bei ihrem internationalen Debüt sammeln. Mit ihrem 7. Platz bei den Europameisterschaften stellte die junge Dame vom KSC Motor Jena aber auch schon ihren Fuß in die Türe zur internationalen Spitze.

Weltmeisterschaften der Männer und Frauen in Budapest (HUN) vom 20.-28.10.2018

Für die Ringer steht mit den Weltmeisterschaften vom 20.-28. Oktober der Jahres-Höhepunkt an, nach 1958 (GR), 1985 (FR), 1986 (GR/FR), 2005 (Männer und Frauen) und 2013 (Männer und Frauen) vergab der Ringer-Weltverband die Welttitelkämpfe erneut an die ungarische Hauptstadt Budapest.

 

Vor allem seit 2013 hat sich im Ringkampfsport sehr viel getan, die Reformen des Serben Nenad Lalovic greifen, doch nicht nur das Geschehen auf der Matte ist interessanter und spannender geworden, auch das Umfeld hat sich an neue Bedürfnisse und Vorgaben des IOC angepasst. Viele Besucher der Weltmeisterschaft 2015 in Las Vegas (USA) waren vom sportlichen Geschehen, aber auch vom Umfeld der Titelkämpfe in der Stadt des Glücksspiels restlos begeistert. Doch Paris setzte 2017 noch einen drauf, die Begeisterung auf- und an den Ringermatten übertraf alle Erwartungen. Allein der Jahrhundertkampf zwischen Kyle Snyder und Abdulrashid Sadulaev erzeugte Gänsehaut-Atmosphäre pur. 

Weltmeisterschaft der Junioren in Trnava (17.-23.9.2018)

Trnava – "Gekämpft, alles gegeben und dann doch verloren", so könnte man den Hoffnungsrundenkampf von Eyleen Sewina im Limit bis 65 kg am Freitagmorgen, bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Trnava (SVK) beschreiben.

Die Ringerin aus Greiz, die am Bundesleistungszentrum in Frankfurt(O.) trainiert, hatte ihren Auftaktkampf gegen die Japanerin Miyu Imai mit 0:10 Punkten deutlich verloren, wobei die Japanerinnen das gesamte Geschehen im weiblichen Bereich dominieren und auch diesen Titelkämpfen ihren Stempel aufdrücken.Mit souveräner Leistung kämpfte sich Miyu Imai ins Finale, damit konnte Eyleen Sewina in der Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen. So stand die Deutsche Juniorenmeisterin am Freitagmorgen der russischen Ringerin Albina Khripkova gegenüber. Nach einem Konter lag Eyleen Sewina mit 0:2 zurück, startete dann jedoch eine ganze Flut von Angriffen, die jedoch von der Russin allesamt abgeblockt wurden, bis auf einen Punkt durch eine Passivitätsverwarnung kam nichts Zählbares für die deutsche Ringerin zum 1:2-Endstand heraus. Diese Niederlage bedeutete das endgültige Aus für Eyleen Sewina, die vor sechs Wochen bei den Europameisterschaften in Rom (ITA) Silber gewonnen hatte und nun auch in Trnava eine starke kämpferische Leistung zeigte.„Schade, Eyleen hat alles in die Waagschale geworfen, einen Angriff, nach den Anderen gestartet, ich kann ihr keinen Vorwurf machen“, so OSP-Trainer Michael Kothe, der in Frankfurt(O.) den Frauenbereich betreut. „Jetzt heißt es nach vorn schauen und weiter arbeiten“, war Michael Kothe- und noch viel mehr Eyleen Sewina selbst, die Enttäuschung anzusehen, denn mit einem Sieg wäre die Bronzemedaille in greifbare Nähe gerückt.