1. Team-Weltcup der Junioren im freien Ringkampf in Plauen
Plauen - Die russische Juniorenstaffel gewann am Samstagabend in der Einheit-Arena, im vogtländischen Plauen den 1. Mannschaftsweltcup im freien Ringkampf. Das deutsche Team hatte hingegen ein schweres Los erwischt und kam über den 8.- und letzten Platz der Konkurrenz nicht hinaus.Im Finalkampf um den 1. Teamweltcup trennten sich Russland und Aserbaidschan 4:4 Unentschieden, die gewonnenen Einzelpunkte gaben mit 15:14 nur hauchdünn den Ausschlag zugunsten des russischen Teams. Aserbaidschan hatte nach klarem Rückstand furios aufgeholt, erst Schwergewichtler Magomed Garaev sicherte Russland den Sieg in der Verlängerung der dritten- und entscheitenden Runde.
Die beiden Finalisten waren für die beiden Vorrundengruppen als punktbeste Teams der letztjährigen Weltmeisterschaft gesetzt, doch während Aserbaidschan unangefochten Gruppensieger wurde, musste Russland gegen Iran um den Sieg im A-Pool bangen. 4:4 nach 8 Begegnungen in den einzelnen Gewichtsklassen, auch die Einzelrunden waren ausgeglichen. Am Ende entschied eine einzige Kampfrunde, die einer der russischen Ringer durch technische Überlegenheit vorzeitig beendete, die den Ausschlag zum Sieg gab. Jubel im russischen Team, Niedergeschlagenheit auf iranischer Seite und selbst die Zuschauer hätten wohl lieber Iran im Finale gesehen, denn bei der Urteilsverkündung gab es teilweise Unmutsbekundungen der meist fachkundigen Fans. "Mannschaftsturniere gibt es nur bei den Weltcups und das Regelwerk wies einige Lücken auf-€œ, klärt Prof. Harold Tünnemann auf, der seit vielen Jahren Analysetätigkeit für den Weltverband FILA betreibt. Zudem: bei den Mannschafts-Weltcups der Männer und Frauen gibt es kein Unentschieden, denn dort wird in jeweils 7 Gewichtsklassen gekämpft. Anders bei den Junioren, wo zusätzlich die 50 kg-Klasse zugelassen ist, womit 8 Ringer je Team auf der Matte stehen. "Hier müssen wir das Reglement noch einmal nachbessern, so dass das Regelwerk für alle Mannschaften und Verantwortliche von Beginn an klar ist-€œ, bestätigt Nenad Lalowic (Serbien) gemeinsam mit dem Vizepräsidenten Ahmed Ayk (Türkei) seitens der FILA den Wettkampf in Plauen beobachtete.Eine klare Angelegenheit war der Kampf um Rang drei, den Iran gegen Georgien mit 7:1 Siegen gewann. Im Kampf um Platz 5 setzte sich die Türkei mit 6:2 Siegen gegen die USA durch und auch im letzten Kampf blieb Deutschland ohne Fortune und scheiterte gegen Japan mit 3:5. Dennoch war noch einmal ordentlich Stimmung in der Einheit-Arena, die vor allem die Fans des KSC Motor Jena immer wieder ankurbelten, die mit Trommeln angereist waren und vor allem ihre eigenen Athleten Michael Dengler (84 kg) und Toni Bernhardt (120 kg), aber auch den Greizer Sebastian Wendel, der in Jena lernt und trainiert, mit Sprech-Chören anfeuerten. Und gerade in den schweren Gewichtsklassen machten die KSC-Ringer noch einmal richtig Dampf, nachdem nur Tim Müller (60 kg/KSC Hösabch) sein Duell gegen Makoto Kuwabara gewinnen konnte, Marc Luithle, (50 kg/TSV Benningen), Nico Zarcone (55 kg/KV Riegelsberg), Lennard Wickel (66 kg/1. Luckenwalder SC) und Carsten Kopp (74 kg/KSV Schriesheim) dagegen ihre Begegnungen zum 1:4 für Japan verloren hatten. Doch dann packte Michael Dengler (84 kg/KSC Motor Jena) zu und drückte seinen Kontrahenten zum zweiten Sieg für das deutsche Team auf beide Schultern. Noch zwei Siege wären nötig gewesen um nach großem Rückstand den Sieg fast schon sensationell noch aus dem Feuer zu reisen. Doch ausgerechnet Lokalmatador Sebastian Wendel (RSV Rotation Greiz) kam mit dem Druck des 'unbedingt gewinnen müssens' nicht zurecht. Nach ausgeglichener erster Runde, wurde er immer mehr zum Spielball seines Kontrahenten Koki Yamamoto und unterlag am Ende klar. Niedergeschlagenheit beim Greizer, denn nun stand der Sieg der Japaner entgültig fest. Doch Toni Bernhardt (120 kg/KSC Motor Jena) ließ sich davon nicht beirren, sondern packte seinen Gegner Tomoyuki Oka noch in der ersten Runde auf beide Schultern. Der Sieg war jedoch zur 3:5-Niederlage des DRB-Teams gegen Japan nur noch Ergebniskosmetik. "Hier war die Weltspitze am Start, mit Russland, Aserbaidschan, Iran, Georgien und die Türkei 5 Teams die in einer ganz andern Liga kämpfen, während Japan schon zu schlagen gewesen wäre und auch gegen die USA hätte ich meiner Mannschaft Einiges zugetraut. Doch das Los hat uns die starken Mannschaften beschert-€œ, sah Nachwuchs-Bundestrainer Jürgen Scheibe in diesem Mannschaftsturnier einen hohen Trainingswert, so kurz vor den anstehenden Europameisterschaften in Zrenjanin (Serbien / 21.-26- Juni).
In der Vorrunde war Deutschland den Gruppenkontrahenten Russland (0:8 nach Kämpfen), der Türkei (2:6) und dem Iran (1:7) klar unterlegen. Gegen die Türkei siegten Alexander Semisorov (60 kg/SG Eichen Rümmingen) und Achmed Dudarov (KSG Ludwigshafen). Gegen den Iran rettete Lennard Wickel (66 kg/1. Luckenwalder SC) die Ehre der DRB-Junioren.
Historischer Weltcup
In Plauen wurde am Wochenende Geschichte geschrieben, denn es war der allererste Mannschafts-Weltcup im Juniorenbereich, der überhaupt ausgetragen wurde. Und die Vertreter des Weltverbandes der Ringer FILA waren zufrieden, denn der KSV Pausa erwies sich als hervorragender Veranstalter, die Einheit-Arena der Betriebsberufsschule Anne Frank als optimaler Wettkampfort. Da war man bei den Konferenzen und Empfängen, rings um das sportliche Geschehen des Lobes voll, während Ulrich Leithold die Blumen an seine vielen, ehrenamtlichen Helfer weiter gab, die um diesen 1. Team-Weltcup ein schönes Umfeld flechteten und für einen reibungslosen Ablauf sorgten.
"So wird bei den Statistiken dieses Team-Weltcups der KSV Pausa und Plauen als Austragungsort immer an erster Stelle stehen, wo im Mai 2011 das erste Mal -´überhaupt ein solches Turnier angepfiffen wurde-€œ, erklärt Ulrich Leithold zum Abschluss des Wettkampfes nicht ohne Stolz, während ihm der Präsident des Deutschen Ringer- Bundes, Manfred Werner für den Einsatz der gesamten Organisationsmannschaft gedankt hatte, denn Deutschland hat sich nach der Europameisterschaft der Männer und Frauen, Anfang April 2011 innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal als hervorragender Organisator gegenüber des Weltverbandes FILA erwiesen.
Jörg Richter
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